AKTUELLES

Der Welpe mit den krummen Beinchen

Wenn man uns fragt, warum wir so viel Zeit, Mühe und Energie in den Tierschutz stecken, dann würden wir ihm vermutlich einfach das Bild von diesem Welpen zeigen...

Wer bei dem Anblick dieses Gesichtes mit den hängenden Ohren und dem traurigen, hilflosen Blick nicht ergriffen ist und zumindest ansatzweise versteht worum es dabei geht, muss vermutlich erst einmal selbst gerettet werden.

 

Wir fanden den kleinen Mann die Tage an einer unserer Futterstellen. Wie er dort hin kam, wissen wir nicht. Er stakste dort mit seinen krummen Beinchen umher und winselte jeden Hund an, doch keiner beachtete ihn. Wir denken dass er dort ausgesetzt wurde und seine Mama oder irgendeine Art von Anschluss und Nähe suchte. Wir haben ihn natürlich mitgenommen und wollen schauen, ob man ihm noch helfen kann oder er dauerhaft mit dieser Behinderung leben muss. Die Ursache für diese Fehlstellungeen kann eine lang andauernde Mangelernährung oder auch genetisch bedingt sein. Da er noch jung ist und die Knochen- und Gelenkstrukturen noch nicht voll ausgebildet sind, kann man es mit etwas Glück noch wenig invasiv mit Bandagen richten.

Er bleibt jetzt erst einmal für einige Zeit in der Klinik, bis wir sehen, ob die Behandlung hilft. Er wurde auch bereits geimpft und entwurmt und wir hoffen dass wir bald Erfolge sehen werden. Er ist ein tapferes Kerlchen, wird das sicher gut wegstecken und ist unser neuer Sonnenschein in der Klinik, der jeden sofort um den Finger wickelt.







Kuki die scheue Hündin aus Cikrikci

Kuki ist eine Hündin, die an einer unserer Futterstellen auftauchte. Sie hatte damals Räude und wir konnten sie vor Ort behandeln. Aber trotz täglicher Fütterung nahm sie einfach nicht zu, im Gegenteil, sie baute immer weiter ab. Es dauerte einige Zeit bis wir sie einfangen konnten, da sie sehr scheu ist.

Normalerweise behandeln wir solche Hunde und lassen sie danach wieder in ihre Reviere zurück. Denn einen Hund, der in Freiheit aufgewachsen ist, Menschen meidet und Angst vor jeder Berührung hat in ein Gehege zu sperren, nur weil wir es für sicherer halten, geht gegen unsere Prinzipien. Tagtäglich leben solche Hunde in Angst, verstehen nicht warum sie sich nicht mehr frei bewegen können, wissen nicht was mit ihnen geschehen wird und verfallen jedes Mal in Panik wenn ein Mensch ihr Gehege betritt.

Doch Kuki kann leider nicht zurück, denn sie ist Leishmaniose positiv und braucht täglich ihre Medikamente.

Ich habe sie bei meinem Besuch im März kennengelernt und war optimistisch ihr Vertrauen gewinnen zu können, hat es doch schon bei so vielen Hunden geklappt...

Doch sie war anders. Man konnte bei ihr schon nicht mehr von Ängstlichkeit oder Unsicherheit sprechen, denn sobald ich in ihr Gehege ging rannte sie im Kreis, schrie vor Panik und schnappte nach mir, obwohl ich mich nicht mal bewegte. Sie machte mir mehr als deutlich, dass sie meine Nähe nicht nur noch haben möchte, sondern dass sie im Zweifel auch nach vorne gehen würde.

Ich bemerkte schnell, dass sie anders war wenn ich mich außerhalb des Geheges befand, also arbeitete ich von dort mit ihr.

Jetzt würde ich gerne sagen ich stell euch dazu ein Filmchen ein aber an sowas denken wir vor Ort meistens nicht, wenn wir im hier und jetzt und bei den Hunden sind.

Kuki durfte dann in ein größere Gehege wo sie die Möglichkeit hatten ihre gewünschte Distanz zu uns Menschen einzuhalten, erst mal die einzige Möglichkeit ihr den Stress ein wenig zu nehmen. Doch tatsächlich machte sie Fortschritte, sie hörte auf zu schreien, blieb auch mal sitzen und erlaubte mir mich zu nähern und auch mal neben ihr sitzen zu dürfen. Der schönste Moment war dann, als sie sich soweit entspannte, dass sie neben mir eingerollt döste und ich sie kurz streicheln konnte. Überschritt ich aber das „kurz“ verdeutlichte sie durch ein Brummeln dass es doch noch zu früh ist, also gingen wir wieder ein paar Schritte zurück. Aber es trotzdem ein guter Anfang.

Bei ihr wird es sicher lange dauern bis sie richtig Vertrauen zu uns fasst und dass sie ein hingebungsvoller Schmusehund wird, bezweifeln wir momentan stark. Wir werden sehen ob sie es trotzdem schafft sich bei uns wohl zu fühlen oder vielleicht irgendwann auch wieder zurück zu ihrem Rudel in ihre gewohnte Umgebung kann, wenn ihre Krankheit unter Kontrolle ist und sie nur noch bei Bedarf Medikamente braucht.


Ohne Umwege direkt ins Herz

 Als ich vor Ort war hatte ich euch ja von unseren Straßenhunden berichtet. Einer ging mir und wie sich herausstellte, noch vielen Anderen besonders ans Herz...

An einer bekannten Futterstelle fand ich ihn, ein großer, abgemagerter, von Räude geplagter Kangal mit abgrundtief traurigem Blick. Ich fütterte ihn und versprach ihm zunächst am nächsten Tag wiederzukommen. Bereits am zweiten Tag freute er sich so unglaublich über unser Wiedersehen, so dass er mir nicht mehr von der Seite wich. Er drängelte sich zwischen mich und die Autotür und schmiegte sich fest an mich. 

Eine Freundin von uns berichtete uns dann, dass sie ihn auch schon seit ein paar Tagen dort beobachtet und versorgt und er auch ihr besonders ans Herz geht. Er scheint dort frisch ausgesetzt zu sein und ist gefangen auf der Straße zwischen einem Rudel Hunde, die ihn attackieren sobald er sich nähert und den Menschen an einer Moschee, die ihn sofort zurückjagen wenn er dort zu Nahe kommt. Es wurde sich wohl auch schon bei der Stadt über ihn beschwert, dass er sich dort Kindern und Menschen nähern würde und er weg muss. Dabei ist er eine Seele von Hund und er sucht nur Anschluss, Zuneigung und Essen..

Es war keine Frage und wir holten ihn am nächsten Tag zu uns. In der Klinik wurde er auf Leishmaniose getestet und gegen die Räude behandelt. Der Test war zwar negativ aber nicht ganz eindeutig, da andere Faktoren für eine Infektion sprechen. Er darf jetzt erst einmal bei uns zur Ruhe kommen und in einer Woche wird der Test wiederholt und weitere Untersuchungen gemacht.

Er ist so ein süßer Kerl und würde sich jetzt sicher über einen Paten freuen, der ihn monatlich unterstützt und ihm seinen Namen gibt. Auch über einmalige Spenden für seine Versorgung und Behandlung freuen wir uns natürlich sehr. 

 

Spendenkonto:

IBAN: DE 85790500000047646757

BIC: BYLADEM1SWU

Sparkasse Mainfranken Würzburg

 

Paypal: tarogermany@yahoo.de


Unterwegs bei den Straßenhunden

Heute war ich bei unseren Kindern draußen und habe mir viel Zeit für sie genommen, denn auch die haben ein wenig Liebe und Zuneigung verdient. Sie bekommen sie so selten.

Sie sind alle so wunderschön und jeder Einzelne von ihnen für uns was ganz besondres. Deshalb versorgen wir sie jeden Tag und begleiten sie ihr Leben lang. Einige Neue sind auch wieder aufgetaucht, die wir noch kastrieren lassen müssen.

Doch leider geht es nicht allen Hunden so gut. Abseits von unseren Futterstellen leben viele Hunde, die nicht täglich Futter gebracht bekommen, sie müssen jeden Tag selbst danach suchen, ernähren sich von Müll und Aas. Unterwegs fand ich einige, die viel zu dünn und krank waren. Leider hatte ich nicht genug Medikamente dabei um sie direkt vor Ort zu versorgen und einfangen hätte ich alleine nicht geschafft. Viel zu scheu sind die armen Tiere. Ich werde morgen nochmal mit Medikamenten und Nassfutter raus fahren und hoffen, dass ich sie nochmal finden werde und behandeln kann


Unsere Station ist abgeschnitten von der Außenwelt

Mittlerweile bin ich seit ein paar Tagen in der Türkei. Jetzt aber erst schaffe ich es euch zu schreiben. Zu lange und zu anstrengend waren die ersten Tage als dass ich abends noch hätte posten können. 

Das Wetter macht uns sehr zu schaffen. So fing mein erster Tag damit an, dass ich entgegen meines Bauchgefühls versucht hatte mit dem Auto zur Station zu fahren. Schließlich hatte ich rund 100 kg Sachspenden und Futter für unsere Hunde dabei. Nach wenigen Metern hatte ich meinen Mietwagen im Schlamm festgefahren. Gerade so schaffte ich es das Auto Millimeter für Millimeter rückwärts rauszumanövrieren, stand einige Male fast quer und nah am Abhang. Es war furchtbar und meine Nerven direkt am ersten Tag strapaziert. 

Es half alles nichts, das Auto  musste stehen bleiben und die Sachen zur Station getragen werden, 2 km durch den Schlamm. 

Auch nach ein paar Tagen sind wir immer noch von der Straße abgeschnitten denn es hört einfach nicht auf zu regnen. Leider ist auch für morgen wieder Starkregen gemeldet mit Sturmböen bis 80 km/h. Nicht nur dass wir jeden Tag die Strecke laufen müssen, wir können weder Hunde, die in der Klinik sind zu uns bringen, noch Material, Futter und Stroh zur Station fahren. Noch reichen die Vorräte und wir hoffen einfach, dass es bald besser wird.

Auch die Hunde leiden bei diesem Wetter, sie können nicht wirklich raus, den alten schlägt es auf die Knochen und ich kann kaum was sinnvolles mit ihnen machen. 

 

Aber Kopf hoch denn nach jedem Regen kommt irgendwann Sonnenschein und so werden die Unterhosen gleich jeden Tag mitgewaschen, ob man will oder nicht 


Aktion Flohhalsbänder 2021

Das Frühjahr steht schon mehr als in den Startlöchern und damit auch das ganze Ungeziefer. Auch dieses Jahr wollen und müssen wir unsere Hunde in der Türkei schützen, denn nichts ist schlimmer als eine Station mit über 200 Hunden, wenn dort die Flöhe einmarschieren.

Wie letztes Jahr haben wir auch dieses Jahr wieder ein super Angebot und bekommen vor Ort Seresto-Halsbänder für 20 € das Stück. Seit wir diese jährlich verwenden, haben wir keinen einzigen Floh mehr auf unserer Startion gesehen und ihr erinnert euch vielleicht noch an die Plagen, die wir die Jahre zuvor immer wieder hatten. Sie wirken im Gegensatz zu Spot On’s 8 Monate und sogar noch darüber hinaus und sind dadurch auch günstiger als mehrmals im Jahr zu behandeln. Wir haben natürlich zugeschlagen und 220 Stück vorbestellt.

 

Doch jetzt muss es schnell gehen, denn schon in zwei Wochen könnten wir sie, gegen sofortiger Bezahlung, abholen und das sogar persönlich, denn eine spontane Reise zu unseren Fellnasen ist geplant!

 

Dazu brauchen wir wieder eure Hilfe! Schaffen wir es auch dieses Jahr?

 

WER MÖCHTE EINEM UNSERER HUNDE ODER SEINEM PATENHUND EIN SERESTO SCHENKEN?

 

Mit einer Spende von 20 € sorgst du dafür, dass einer unserer Hunde den ganzen Sommer über frei von Ungeziefer ist!

 

Verwendungszweck: „Seresto + Name Hund (wenn bekannt)“

 

Spendenkonto:

IBAN: DE 85790500000047646757

BIC: BYLADEM1SWU

Sparkasse Mainfranken Würzburg

 

Paypal: tarogermany@yahoo.de


Kastrationen +++ Kastrationen +++ Kastrationen

Ein wichtiges und immer noch häufig diskutiertes Thema im Tierschutz. Verstümmelung, Eingriff in die Natur, schwere Verhaltensänderungen als Folge, besonders bei zu jung kastrierten Hunden und Auszüge aus dem Tierschutzgesetz, die eine Kastration als nicht notwendigen medizinischen Eingriff verbieten, begegnen uns immer wieder bei unserer Tierschutzarbeit in der Türkei.

Und ja! Auch wir stimmen diesen Argumenten vollkommen zu! Es ist ein nicht immer medizinische notwendiger Eingriff in die Natur, der nicht ganz ohne Folgen für das Tier bleibt. Immer mehr Hunde werden daher auch unkastriert aus dem Ausland nach Deutschland vermittelt und viele Tierärzte, Hundetrainer und Halter freut das, denn man möchte ja selbst entscheiden ob und wann man kastriert und erst mal schauen ob es auch ohne geht. Vollkommen in Ordnung, wenn vernünftig damit umgegangen wird.

Das wir die Hunde, die auf der Straße leben und auch dort bleiben sollen kastrieren, um die Populationen klein zu halten und zu verhindern, dass andere Maßnahmen eingesetzt werden, leuchtet der Mehrheit ja noch ein aber muss auch jeder Hund, der vermittelt wird unbedingt kastriert werden? Bei uns ja...

Hier gesellt sich nämlich das Problem hinzu, dass wir ja nie genau wissen, ob ein Hund, der gerade neu zu uns kommt oder als Welpe kam und geschlechtsreif wird, je nach Deutschland vermittelt werden wird. Er muss dann bei uns auf der Station in größeren Gruppen leben, wo nicht jeder nur mit gleichgeschlechtlichen Sozialpartnern auskommt, nicht genug Platz für eventuelle Einzelhaltungen ist, es zu Unruhen und Rangeleien kommt, wenn auch nur eine Hündin in der Nähe läufig ist, geschweige denn gleich 100 gleichzeitig... Neben dem Vorbeugen von unkontrollierter Vermehrung ist es daher auch als reine Managementmaßnahme unbedingt nötig, ansonsten könnte unsere Station in der Form nicht bestehen.

Kastrationen sind und bleiben weiterhin eine unserer Hauptaufgaben und daher sind wir froh, dass wir in den ersten beiden Monaten diesen Jahres bereits 20 Hunde kastrieren konnten, Straßenhunde, Junghunde von unserer Station und auch einige Besitzerhunde, die uns um Hilfe baten.

Kontakt

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